Ohne Autor

Wie damit umgehen, wenn man in der Kunst keine Kunst mehr findet, wenn Dinge im Kunstraum stattfinden, die dort vermeintlich nicht hingehören, wenn Kunst in außerkünstlerischen Feldern agiert und als solche kaum mehr erkennbar ist? Der Ansatz den Kunstraum zu öffnen und den Kunstbegriff in den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Alltag auszudehnen, fordert die Kunstkritik und das Publikum, das diese Projekte eigentlich doch erreichen wollen, nach wie vor heraus. Die Diskrepanz zwischen Anspruch, Vermittlung und Rezeption sind das Motiv dieses Projekts und seiner Veranstaltungen. Zentral stehen die Veranstaltungen und mit ihnen die Diskussionen mit Künstlern, Kunsttheoretikern und -wissenschaftlern und dem Publikum, das zu den Veranstaltungen eingeladen ist.

In „wege aus der kunst“ geht es um die Bedingungen der Vermittlung, um Definitions- und Kommunikationsfragen – was ist eigentlich (noch) Kunst, was ist Kunstwahrnehmung. Wie gehen Kunstinstitutionen mit künstlerischen Projekten um, die sich jenseits eines gängigen Kunstbegriffs bewegen. Welche Rolle spielt die Kunstkritik? Wo befindet sich das Publikum?

Als „Hintergrundfolie der Ausstellung sind im lothringer13/laden Arbeiten aus Rainer Kohlbergers Projekt „ohne autor“ zu sehen. „ohne autor“ ist eine Sammlung von Fehldrucken von Apparaten und Maschinen, die ihre eigentliche Funktion nicht erfüllen und nun für den Kunstraum aufbereitet sind. Als Erzeugnisse einer selbst generierten, unkünstlerischen Ästhetik stehen sie in paradoxer Entsprechung zu künstlerischen Strategien, die tradierte Vorstellungen unterlaufen, und damit sich selbst und ihren Betrachter zur Neupositionierung anhalten. Als dem entgegen bewusst mit künstlerischen Intentionen produzierte Positionen sind in „wege aus der kunst“ Videos von Ulf Aminde, Claudia Djabbari, Lisa Erb, Valio Tchekov und Georg Winter zu sehen.
Alle ihre Arbeiten repräsentieren oder dokumentieren künstlerische Projekte, die nicht primär Kunst sein wollen und doch Strategien der Kunst anwenden.

Projektleitung: Diana Ebster